Erste Schulungen zur Mantelverordnung erfolgreich absolviert
vero und BÜV NW bieten gemeinsam zwei Schulungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Mantelverordnung und der darin enthaltenden Ersatzbaustoffverordnung (EBV) an. Die Schulungen richten sich an die Hersteller / Anlagenbetreiber von RC-Baustoffen, Abbruchunternehmen sowie die Verwender von RC-Baustoffen (Bauherren, Behördenvertreter, Ingenieurbüros, Tief- und Straßenbauunternehmen). Die Nachfrage nach beiden Schulungen war und ist weiterhin groß. Die Umsetzung der Verordnung ist kein Spaziergang ist und zudem bleibt nicht mehr viel Zeit zur Vorbereitung. Am 1. August 2023 tritt die Mantelverordnung in Kraft!
Die 30 Teilnehmer pro Schulung haben nun trotz der heißen Tage den ersten Schritt gemacht und sich im Detail über die Inhalte informiert und in Diskussionen ausgetauscht.
Schwerpunkt: Güteüberwachung
Das erste Praxisseminar hat am 24. August in Duisburg stattgefunden und sich mit dem Schwerpunkt der Güteüberwachung befasst. Denn: Mit Inkrafttreten der Mantelverordnung dürfen nur noch güteüberwachte mineralische Ersatzbaustoffe in Verkehr gebracht werden. Markus Schumacher (BÜV.NW) erläuterte vormittags, dass die Qualität der hergestellten Ersatzbaustoffe bereits mit dem Rückbau und der Annahme des Materials beginnt. Viel Zeit nahm er sich für die Themen der Eignungsprüfung, der werkseigenen Produktionskontrolle, der Fremdüberwachung und dem Lieferschein – nicht nur in Hinblick auf die Ersatzbaustoffverordnung, sondern auch auf mitgeltende Regelwerke, wie insbesondere Anhang A der TL SoB.
Nachmittags behandelte Barbara Grunewald (vero) die Fragen, welcher mineralische Ersatzbaustoff wann, wie oft und mit welchem Parameterumfang untersucht werden muss. Besonders spannend war hierbei das Thema der Klassifizierung und Einstufung der RC-Baustoffe.
Claudia Lodwig vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erläuterte mit den Themen der Einbau-, Dokumentations- und Anzeigepflichten die Schnittstelle zu den Behörden. Zusätzlich ging sie noch auf Einbaubeschränkungen und die Anforderungen an den Grundwasserabstand und die Bodenart beim Einbau der Ersatzbaustoffe ein.
Trotz Klimaanlage rauchten am Ende dieses heißen Tages die Köpfe der Teilnehmer. Mit einem kurzen Ausblick und einer To-do-Empfehlung für die nächsten Schritte der Umsetzung endete dieses Seminar
Schwerpunkt: umweltrelevante und technische Anforderungen
Die zweite Schulung hat am 29. August ebenfalls in Duisburg stattgefunden. Der Schwerpunkt lag hier auf den umweltrelevanten und technischen Anforderungen an mineralische Ersatzbaustoffe.
Barbara Grunewald hat zunächst die umweltrelevanten Anforderungen an die mineralischen Ersatzbaustoffe gemäß EBV behandelt. Zudem erläuterte sie die neuen Verfahren zur Eluatherstellung und erklärte, warum bestimmte Parameter nicht mehr untersucht werden müssen bzw. mit der EBV neu hinzugekommen sind. Die Anforderungen der Güteüberwachung wurden ebenfalls kurz besprochen.
Dr.-Ing. Klaus Mesters (KM GmbH) ging anschließend auf die Einbaumöglichkeiten der hergestellten mineralischen Ersatzbaustoffe ein.
Mineralische Ersatzbaustoffe müssen nicht nur die umweltrelevanten Anforderungen erfüllen, sondern auch die bautechnischen Anforderungen. Dieses Thema behandelte Markus Schumacher nachmittags. Hierbei stellte er immer wieder den Zusammenhang zwischen den jeweiligen technischen Regelwerken und der EBV dar. Außerdem ging er auf das Thema rezyklierte Gesteinskörnung für Beton ein.
Auch dieses Seminar endete mit einem Ausblick und einer To-do-Empfehlung für die Hersteller von mineralischen Ersatzbaustoffen.
Insgesamt wurde viel über die EBV diskutiert und viele Fragen wurden beantwortet. Nicht alle Punkte sind eindeutig in der EBV geregelt oder einfach umzusetzen. Dennoch wissen die Teilnehmer jetzt besser, welche Schritte sie noch gehen müssen. Wichtig ist, zu kommunizieren und alle Beteiligten mitzunehmen.
Beide Schulungen werden sowohl in Rheda-Wiedenbrück als auch in Stolberg (Rhld.) wiederholt. Wir informieren Sie in Kürze über die Termine und Anmeldemöglichkeiten.
