„44. Tag der Baustoffwirtschaft“ auf der NordBau Messe am 11. September 2019 in Neumünster unter Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Anlässlich des „44. Tags der Baustoffwirtschaft“ in Neumünster konnte der Landesgruppensprecher des Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. (vero), Herr Sven Fischer, Kieswerk Fischer in Tensfeld, rund 70 Personen aus den Reihen der Mitgliedsunternehmen, sonstigen wirtschaftlichen Vertretungen und unseren Partnerverbänden begrüßen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Tags der Baustoffwirtschaft standen die umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen im Straßen- und Wegebau des Landes Schleswig-Holsteins und die damit verbundene Frage der Deckung des zukünftigen Rohstoffbedarfs für die schleswig-holsteinische Bauwirtschaft. Herr Fischer informierte in seiner Eröffnungsansprache über die sich regional abzeichnenden, deutlichen Rohstoffverknappungstendenzen von heimischen Rohstoffen. Schon heute müssen große Rohstoffmengen aufgrund von fehlenden Gewinnungsgebieten viele Kilometer durch Schleswig-Holstein gekarrt werden, stellte Herr Fischer fest. Jeder zusätzlich gefahrene Kilometer eines Kieslasters vollbeladen mit 25 t Kies und Sand verursacht zusätzliche Belastungen von rund 1 kg CO2. Nimmt man an, dass nur 20 % der 17 Mio. t der benötigten Mengen an Kies und Sand in Schleswig-Holstein, also rund 3,4 Mio. t, das sind ca. 136000 LKW-Fahrten bei 25 t pro LKW, aufgrund der fehlenden dezentralen Versorgung mit Rohstoffgewinnungsgebieten, über 20 km weiter transportiert werden müssen, führt dies zu einer zusätzlichen CO2-Belastung von 2,856 Mio. kg jedes Jahr! Das entspricht rund 20 Mio. PKW-Kilometern. Bei diesen Berechnungen sind die CO2-Emissionen möglicher Schiffstransporte durch den Import von Rohstoffen aus Schottland oder Norwegen noch gar nicht berücksichtigt. Abschließend stellte Herr Fischer fest, dass es zwingende Aufgabe der Landesregierung ist, jetzt die planungsrechtlichen Grundlagen für eine langfristige Rohstoffsicherung in Schleswig-Holstein zu schaffen.
Im Rahmen des ersten Fachvortrags informierte der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, Herr Torsten Conradt, aus Kiel, über die aktuellen Verkehrsinfrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein. Herr Conradt führte weiter aus, dass man den erheblichen Sanierungsstau im Landesstraßennetz innerhalb von 10 Jahren abbauen will und hierzu von der Landesregierung jedes Jahr rund 90 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.
Im Rahmen des zweiten Vortrags äußerten sich Frau Birgit Kosack-Bohl vom Ingenieurbüro ALKO, Kiel sowie der Geschäftsführer für Schleswig-Holstein des vero, Herr Thomas Prenzer sehr kritisch über die derzeitig von der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung geplanten Änderungen der planungsrechtlichen Grundlagen wie der Neuaufstellung der Landschaftsrahmenpläne, des Fachbeitrags Rohstoffsicherung und der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans 2018. Sie kamen zu dem gemeinsamen Ergebnis, dass von den rund 170 noch zur Verfügung stehenden Rohstoffpotentialflächen des Landes mehr als die Hälfte mit anderen Nutzungsansprüchen überplant ist und es jetzt Aufgabe der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung ist, endlich zu reagieren und gegenzusteuern, um zukünftig die Gewinnung von heimischen Rohstoffen für die großen Infrastrukturprojekte des Landes zu sichern.
Im letzten Vortrag informierte Herr Stephan Zimmer über aktuelle Entwicklungen des Arbeitsrechts. Herr Zimmer machte in seinen Ausführungen auf die Vielzahl der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie gesetzliche Neuerungen durch aktuelle Fälle und typische Hinweise für Arbeitsgeber aufmerksam. Getreu nach dem Motto „Humor ist wenn man trotzdem lacht“ wurden nützliche Tipps gegeben, eingebettet in kurzweilige Fallbeispiele, die manchen Zuhörer zum Schmunzeln aber auch zum Kopfschütteln bewegten.
Alle Fachvorträge können als Dateien in der Hamburger Geschäftsstelle (katrin.doelle@vero-baustoffe.de) abgefordert werden.
In seinem abschließenden Resümee stellte der Landesgruppensprecher aus Schleswig-Holstein, Herr Fischer, fest, dass der „Tag der Baustoffwirtschaft“ weiterhin die wichtigste Fachveranstaltung im Nordbereich des vero ist und bei allen Beteiligten wieder auf ein äußerst positives Echo gestoßen ist. Die Teilnehmer gingen gut informiert und durch das traditionelle Erbensuppenessen gestärkt nach Hause bzw. auf den anschließenden, obligatorischen Messerundgang.

