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Natur- und Artenschutz

Termin mit Umweltminister Lies, NABU und Landwirtschaftskammer: Verfüllung von Nassabgrabungen

In dem Gespräch haben die Vertreter des vero auf eine Diskrepanz zwischen dem Runderlass Bodenabbau und den Hinweisen des NLT zur Praxis der Verfüllung aufmerksam gemacht.
Hintergrund des gemeinsamen Gesprächs mit NABU und der Landwirtschaftskammer sind gemeinsame Überlegungen, Baggerseen so zu gestalten, dass Naturschutz und Landwirtschaft als auch die Allgemeinheit davon profitieren können. Ziel soll es sein, Flächendruck zu mindern und mehr Win-Win-Projekte zu schaffen.

Zunächst wurde dem Minister das Hauptproblem in der Region Mittelweser vorgestellt, nämlich die Flächenverknappung und die daraus resultierende Konkurrenz mit der örtlichen Landwirtschaft. Diese wird verstärkt durch Fraßschäden an landwirtschaftlichen Kulturen durch Gänse, die dort als Zug- und Standvögel leben.

Mit dem in dem Termin vorgetragenen Wunsch nach Verbesserung der Möglichkeit, der teilweisen Verfüllung geeigneter Baggerseen mit Abraum und Bodenaushub, könnten naturschutzfachliche Projekte vielfältig umgesetzt und der Flächendruck gemindert werden. Durch die entstehenden Möglichkeiten der Verfüllung könnten Landflächen als auch strukturierte Flachwasserbereiche geschaffen werden, die z. B. als Ablenkfutterflächen für Gänse oder als Laichplätze für Abgrabungsamphibien u.v.m. genutzt werden könnten.

Das Ministerium sah die Diskrepanz zwischen dem Runderlass Bodenabbau und dem Papier des NLT zum Thema Verfüllung (darin wird faktisch eine Verfüllung von Nassabgrabungen ausgeschlossen, im Erlass hingegen nicht) und sagte zu, sich auf Fachebene hierzu mit dem NLT auszutauschen und für eine Klärung zu sorgen.

Darüber hinaus befürwortete das Ministerium, dass Verfüllungen mit sauberem Bodenmaterial einer Einzelfallprüfung unterliegen und in begründeten Fällen unter Einhaltung der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen möglich sein sollen. Als Gründe für solche Verfüllungen könnten o. g. naturschutzfachliche Gründe als auch weitere Gründe in Betracht kommen, beispielsweise solche, die einer wasserbaulichen Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie dienen.

Der Minister bat den Verband darum, Best-Practice-Projekte zu entwickeln, die für die Umsetzung der Vorstellungen beispielhaft herangezogen werden können.